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Immunbooster

2020-03-29  10 Minuten Lesezeit

Aus gegebenem Anlass … jetzt erst recht und für die Zukunft

Aus gegebenem Anlass möchte ich dem ein oder anderen Interessierten ein paar Tipps mit an die Hand geben wie man das Immunsystem stärken kann.

Ich finde es zutiefst erschreckend, wenn ich sehe was grade jetzt an Vorräten gebunkert wird. Die Regale mit Weißmehl, Zucker und „Fertigfutter“ wie Dosen Ravioli sind leer. Was vielen leider nicht klar zu sein scheint, das sind KEINE Nahrungsmittel die dem Körper nützen, außer ihn vielleicht für die nächste Stunde zu sättigen. Der Organismus bekommt damit nicht die essentiellen Nährstoffe die er für ein gesundes Immunsystem benötigt, sondern nur leere Kalorien liefert. Trotz dieser Kalorienzufuhr „verhungert“ der Körper quasi und schreit nach immer mehr Essen um an die für ihn überlebenswichtigen Nährstoffe zu kommen. Unser Körper braucht „echte“ möglichst hochwertige Lebensmittel um reibungslos zu funktionieren.

Z.B. fermentierte Lebensmittel um für ein gesundes Darmmikrobiom zu sorgen und die guten Darmbakterien zu fördern. Tatsächlich sitzt 80% unserer Immunabwehr im Darm. Wasserkefir oder Kombucha beispielsweise sind ganz schnell und einfach selber herzustellen. Dafür muss man kein Held am Herd sein. (Im Anhang finden sich die Grundrezepte für Wasserkefir und Kombucha.) Fertig gekaufter Kombucha ist übrigens meistens erhitzt um ihn haltbar zu machen. Dadurch werden die nützlichen Bakterien leider abgetötet, genauso wie beim Sauerkraut aus der Dose oder dem Glas.

Eier versorgen unseren Körper durch die enthaltenen Proteinen mit allen essentiellen Aminosäuren. Diese benötigen wir für ALLE Vorgänge im Körper.

Vernünftiges Fleisch und Milchprodukte von grassgefütterten Tieren aus Weidehaltung, sowie Fisch aus Wildfang liefern uns einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren der anti-inflammatorisch (also anti-entzündlich) wirkt, Hormone produziert, das Abwehrsystem unterstützt und somit auch vor Infektionen schützt. Und das sind nur einige bedeutende Aufgaben von Omega-3. Konventionelles Fleisch aus Massentierhaltung enthält mehr Omega-6-Fettsäuren die Entzündungen im Körper fördern. Mir ist natürlich auch klar, das nicht jeder Geldbeutel einen solchen Einkauf hergibt, grade jetzt wo viele nur Kurzarbeitergeld bekommen oder um Ihren Arbeitsplatz bangen. Aber wäre es dann nicht sinnvoll weniger, aber dafür besseres Fleisch zu konsumieren? Auch zum Tierwohl ist das eine Überlegung wert.

Viele von uns leiden, grade jetzt nach den Wintermonaten, an einem Vitamin-D Mangel. Vitamin D hat viele Funktionen im Körper. Unter anderem trägt es einen wesentlichen Anteil an unserem Immunsystem. (Wer wissen möchte warum, kann am Ende des Artikels weiterlesen) Vitamin-D reiche Lebensmittel sind fette Fische wie Räucheraal, Matjes, Lachs, sowie Avocado, Pilze und Hühnerei. Das effektivste Mittel ist aber nach wie vor das Sonnenbad. Ansonsten gibt es sehr gute Nahrungsergänzung.

Wichtig für die volle Funktionalität aller Schleimhäute sind weiterhin Vitamin-A und L-Glutamin. Gesunde, dichte und intakte Schleimhäute stellen eine wirkungsvolle Barriere gegen Viren, Bakterien und Parasiten dar. Hierfür ist natürlich auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Tee, Wasser) wichtig, damit die Schleimhäute nicht austrocknen. *Vitamin-A ist nur in tierischen Lebensmitteln enthalten, wie z.B. in Leber, Milch, Eigelb, Butter und Fisch. In pflanzlichen Nahrungsmitteln ist ß-Carotin, die Vorstufe von Vitamin-A, enthalten. Mit dessen Hilfe kann der Körper bei Bedarf Vitamin-A in Form von Retinol selbst herstellen. Es ist vor allem in gelb-orangem sowie grünem Obst und Gemüse, wie z.B. Möhren, Aprikosen, Kürbis, Grünkohl und Spinat, enthalten. Glutamin finden wir in rohem und geräucherten Fleisch, Fisch, Ei, Käse, Milch, Joghurt, Quark.

Zur Stärkung der Abwehrkräfte trägt auch eine genügend hohe Aufnahme von Zink bei. Zink verbessert die Schleimhautstruktur, sodass das Eindringen von Viren erschwert wird. Zudem hat es eine antivirale Wirkung. Die Spitzenreiter unter den zinkhaltigen Lebensmitteln sind Austern, Leber (von Schwein, Rind oder Kalb), Rindfleisch, Käse, Eigelb, Meeresfrüchte. Die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin-C erhöht die Bioverfügbarkeit.

Durch Enzymreaktionen im Körper werden biochemische Reaktionen wie die Immunreaktion im Körper beschleunigt. Dafür benötigen wir Magnesium. Zudem wirkt Magnesium stressmindernd. Magnesiumcitrat hat eine sehr gute Verträglichkeit und hohe Resorptionsrate. Alternativ sind Magnesiumbäder oder Einreibungen mit Öl zu empfehlen. Lebensmittel mit einem hohen Magnesiumgehalt sind z.B. Weizenkleie, Kürbiskerne, Paranüsse, Sonnenblumenkerne, Bitterschokolade, Haferflocken und Vollkornreis.

Wir benötigen ausreichend Vitamin-C um unsere Abwehrkräfte zu stärken. Unter anderem fördert es die Bildung wichtiger Antikörper und unterstützt damit unser Immunsystem. Die weißen Blutkörperchen, die Bakterien und Viren bekämpfen benötigen viel Vitamin- C. Auch zum Stressabbau ist Vitamin-C wichtig. Vitamin-C reiche Lebensmittel sind z.B. Acerola, Hagebutte, Sanddorn, Guave, scharze Johannisbeere, Petersilie, rote Paprikaschoten, Broccoli, Rosenkohl und Fenchel.

Zucker schwächt unser Immunsystem indem es die Vitamin-C-Konzentration in den weißen Blutkörperchen senkt und somit deren Fähigkeit Bakterien und Viren anzugreifen stark beeinträchtigt. Für die Vitaminzufuhr ist daher der Verzehr von Gemüse empfehlenswerter.

Stress, Angst und Panik fahren das Immunsystem direkt in den Keller. Entspannungstechniken und Atemübungen an der frischen Luft dauern nicht lange, fahren aber das Stresslevel in wenigen Minuten herunter. Diese Techniken haben werden auch von Menschen angewendet die z.B. im Katastrophenschutz tätig sind. Kalte Duschen und Sport werden ebenfalls zur Stärkung des Immunsystems empfohlen. Wer hier schon aktiv ist, prima, bitte weitermachen. Ungeübte dagegen sollten ihren Körper nicht überfordern sondern in Stresssituationen nur langsam damit anfangen, da hierdurch eine Stressreaktion im Körper hervorgerufen werden kann. Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft haben aber noch niemandem geschadet. Das kann man auch sehr gut mit Atemübungen kombinieren, welche für eine höhere Sauerstoffaufnahme sorgen und die Lunge trainieren. Wenn dann noch die Sonne scheint ist es perfekt. Die UV-Strahlen sorgen für die Produktion von Vitamin-D und töten Bakterien und Viren.

Ingwer-Shot bringt unser Immunsystem auf Trab. Gibt es fertig zu kaufen, ist aber auch einfach und schnell selber herzustellen, und zudem noch preiswerter. Das Rezept gibt es auch im Anhang.

Auch eine sehr gute Wirkung hat die „Goldene Milch“. Vor dem zu Bett gehen getrunken trägt sie zudem durch ihre entspannende Wirkung zu einem besseren Schlaf bei. Guter Schlaf ist auch essentiell für unsere Gesundheit, da der Körper im Schlaf regeneriert. Auch hierzu gibt es ein Rezept im Anhang.

Für die Vitamine und Mineralstoffe zum „selberziehen“ eignen sich Sprossen wunderbar. Das kann auch jeder als „Indoor-Gärtner“, es funktioniert auf jeder Fensterbank. Wie, das steht am Ende des Artikels.

Für alle die sich für ätherische Öle und ihre Wirkung interessieren habe ich hier einen Link für einen Artikel bei dem es um Luftreinigung und die Bekämpfung von Viren und Bakterien geht. Ich finde ihn sehr interessant, kleiner Aufwand mit großer Wirkung. www.presseportal.de/pm/116667/2994870

Wer noch weitergehende Fragen hat kann mich gerne unter claudia@lche-blog.com kontaktieren.

Bitte passt alle gut auf euch und eure Lieben auf und bleibt gesund!

Eure Claudia


Kleiner Exkurs zum Vitamin D: Man muss sich vorstellen das einige unserer T-Zellen (T-Lymphozyten, eine Gruppe weißer Blutkörperchen, dienen der Immunabwehr) mit Hilfe von Vitamin D in aktive „Killerzellen“ umgewandelt werden, wenn dem Körper Gefahr durch krankmachende Viren und Bakterien droht. Ist Vitamin D nur unzureichend vorhanden, können die T-Zellen nicht verwandelt werden und ihrer Aufgabe entsprechend reagieren und Krankheitserreger wie Viren und Bakterien im Körper bekämpfen. Den Vitamin-D-Spiegel kann man für 30 € beim Hausarzt messen lassen. Er darf gerne 60 ng/ml Blut betragen. Viele Labore halten noch 20 ng/ml für ausreichend. Das ist aber schon lange überholt und gilt mittlerweile als Mangelzustand. Wichtig für die Supplementierung von Vitamin D….am besten nicht abends einnehmen da es bei einigen Personen Einschlafstörungen verursachen kann. Vitamine A und D bitte zu den Mahlzeiten einnehmen da sie zu den fettlöslichen Vitamin gehören.


Grundrezept Wasserkefir

  • 30 g Wasserkefirkristalle (ich empfehle Fairment)
  • 70 g Rohrohrzucker (der Zucker wird verstoffwechselt, deshalb ist der Kohlenhydratgehalt nach der Fermentation deutlich geringer)
  • 30 g ungeschwefelte Bio-Trockenfrüchte
  • 1/2 Tl Zitronensaft
  • 1 l gefiltertes Wasser

In einem genügend großen Einmachglas den Zucker in etwas kochendem Wasser auflösen, die Trockenfrüchte direkt mit dazu tun. Bis auf einen Liter Wasser auffüllen. Wenn die Flüssigkeit nur noch handwarm ist, den Zitronensaft und die Wasserkefirkristalle hinzufügen. Locker mit dem Deckel verschliessen. Ich lasse ihn zwei Tage stehen und fülle ihn dann ab. So schmeckt er uns am besten. Du kannst aber nach ca. 16 Stunden das erste Mal mit einem sauberen Strohhalm probieren. Je länger der Wasserkefir steht, desto saurer wird er. Die Kristalle vermehren sich bei jedem Vorgang. Weitere Ideen dazu gibt es reichlich im Internet.


Grundrezept Kombucha

  • 1 Kombucha-Scoby + 200 ml Starterflüssigkeit (ich empfehle Fairment)
  • 12 g schwarzer oder grüner Tee
  • 100 g Rohrohrzucker (der Zucker wird verstoffwechselt, deshalb ist der Kohlenhydratgehalt nach der Fermentation deutlich geringer)
  • 1,3 l gefiltertes Wasser

Den Tee mit 300 ml kochendem Wasser übergießen und ca. 8 Minuten ziehen lassen, dann absieben. Das Teekonzentrat in ein ausreichend großes Glasgefäß geben (ca. 1,5l Inhalt), den Zucker darin auflösen. Mit 1l kaltem Wasser auffüllen, die Starterflüssigkeit und den Scoby dazugeben. Mit Gaze oder Küchenkrepp abdecken und diese mit einem Gummi befestigen. Der Kombucha benötigt Sauerstoff, mag aber kein Ungeziefer. Bei uns steht er meistens 5 Tage bis zum Abfüllen. Wenn du ihn lieber saurer magst, lass ihn länger fermentieren. Auch hier kann man mit einem sauberen Strohhalm probieren ob er schon gut ist. Bei jedem Vorgang bildet sich übrigens ein neuer Scoby. Mehr Infos, auch über die Lagerung und Weiterverwendung finden sich im Internet.


Grundrezept Ingwershot

Ich mache ihn auf Vorrat und friere ihn in Eiswürfelformen ein. Man kann ihn entweder pur trinken (bitte nicht mehr als ein Schnapsgläschen pro Tag) oder mit Wasser verdünnen.

  • 300 g frischer Bio-Ingwer
  • 100 g frischer Bio-Kurkuma (gibt es mittlerweile in fast jedem Supermarkt)
  • 1 Chili
  • Saft von 8 Zitronen
  • Saft von 3 Orangen
  • 1 El Zimt (Ceylon)
  • 2 Umdrehungen frisch gemahlener Pfeffer (er wirkt hier als sog. Bio-Enhancer, d.h. er verstärkt die
    Wirkstoffe der anderen Zutaten)

! Einmalhandschuhe anziehen, da der Chili scharf und der Kurkuma stark färbend ist.

Ingwer und Kurkuma dünn schälen und in Stücke schneiden. Ebenso die gewaschene Chili, nach Geschmack mit oder ohne Kerne. Die Früchte entsaften und mit den übrigen Zutaten in einen Mixer geben oder sehr gut pürieren. Wer mag kann die Flüssigkeit durch ein feines Sieb abgießen und den Trester als Würze zum kochen nutzen. Das muss aber nicht, es lässt sich auch so sehr gut trinken.


Grundrezept Goldene Milch

  • 200 ml Mandelmilch (oder andere nach Vorliebe)
  • 1 Tl Kokosöl
  • gemahlener Kurkuma, nach Geschmack
  • gemahlener Zimt (Ceylon), nach Geschmack
  • kleingeschnittener frischer Ingwer, nach Geschmack
  • evtl. etwas Honig

Die Milch mit dem Kokosöl erwärmen, Kurkuma und Zimt gut unterrühren, Ingwer zugeben und ca. fünf Minuten ziehen lassen. Dann die Milch durch ein Sieb abgießen, aufschäumen und evtl. etwas Honig zugeben.


Sprossen selber ziehen Man kann aus vielerlei Samen und Hülsenfrüchten frische Sprossen ziehen. Z.B aus Alfalfa, Radieschen, Senf, Bockshornklee, Linsen, Kichererbsen etc. Dazu werden 1-2 El. der Samen für 6-8 Stunden in reichlich Wasser in einem größeren Einmachglas (ca. 500 ml) eingeweicht. Das Glas wird z.B. mit einem Stück Fliegengitternetz abgedeckt, welches man mit einem Gummi befestigt. Nach der Einweichzeit gießt man das Wasser ab, und spült die Samen 2-3x durch. Nun das Glas mit der Öffnung nach unten auf einen Teller stellen und auf der Fensterbank parken. Den Spülvorgang morgens und abends wiederholen. Nach ein paar Tagen hat man die frischen verzehrfertigen Sprossen.